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Obmann Jakob Egg berichtet auch heuer wieder direkt aus dem Veranstaltungssaal in Fiss: Montag 23.8.10; Dienstag 24.8.10; Mittwoch 25.8.10; Grenzenlos frei. Die neue Unabhängigkeit ?   Am Sonntag, 22. August 2010 wurden die 7. Oberinntaler Diskurse von Bürgermeister Mag. Markus Pale und Landesrat für Gesundheit Hochschulen und Verkehr Dr. Bernhard Tilg in Fiss eröffnet.  Im Eröffnungsreferat zeigte Zukunftsforscher Dr. Ulrich Reinhardt den Wertewandel in Europa. Die demografische Entwicklung führt in die Altersschere. Im Jahre 2030 wird es dreimal so viele Menschen über 60 Jahre als Menschen unter 15 Jahre geben. Dies wird zur Polarisierung innerhalb der Gesellschaft führen. Der Stellenwert der Familie ist nach wie vor sehr hoch, wobei in Zukunft die meisten Paare ohne Trauschein zusammen leben werden. Die Europäer haben Zukunftssorgen und wollen keine weitere soziale Erosion und wünschen sich Sicherheit in allen Bereichen. Eine gute Nachbarschaft wird als Wert wieder entdeckt. Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und Hilfsbereitschaft sind die wichtigsten Erziehungsziele. |
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Bücherliste 2010 zum Thema Innehalten.Auch heuer betreut Frau Ingebor Strobl von der Fiilale Landeck der Verlagsanstalt Tyrolia die Buchausstellung (Themen und Referenten) im Foyer des Kulturhauses. Sie hat uns dankenswerterweise eine Auswahl der präsentierten Titel zusammengestellt: Bücherliste. |
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„GRENZENLOS FREI“ Die neue Unabhängigkeit? 22. Aug. bis 27. Aug. 2010 Kulturhaus Fiss, Tirol Die Zunahme an Freiheit und materiellem Wohlstand führt, scheinbar paradox, zu einer Verknappung von Sinn: Die Fragen nach dem „Warum?“ und „Wie?“, das Bedürfnis, die großen Zusammenhänge zu verstehen, werden immer drängender. Wo Traditionen, Konventionen und Normen nicht mehr überzeugen, Beziehungen zerbrechen, sich Zusammenhänge auflösen drohen Orientierungsverlust und Daseinsängste. Auf der Suche nach dem persönlich passenden Leben hat eine Entgrenzung in allen Daseinsbereichen stattgefunden. Die Glücksverheißung der Moderne und die Vision von einem beziehungsbeweglichen und unabhängigen Leben haben Optionen erzeugt, die den Menschen nicht nur befreien, sondern auch in wachsender Unzufriedenheit und Sorge gefangen halten. Die – z.T. sehr unerfreulichen – Folgeerscheinungen werden in den unterschiedlichsten Lebenswelten wirksam und verlangen immer drängender nach Lösungen, Auswegen, neuen Perspektiven… Die Diskurse 2010 wollen neben Reflexionen und Expertisen nach Lösungsansätzen suchen um „Auswege aus der grenzenlosen Freiheit“ anzubieten.  |
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Rotraud A. Perner Halt! Gedanken über Haltlosigkeit und Haltung. Viele Menschen streben nach Freiheit von Bindungen - einerseits um sich erwachsen fühlen zu können, andererseits um sich vom Kindheitsfrust abzugrenzen. Aber auch dazu orientieren sie sich an vorgegebenen Modellen - beispielsweise dem des "flexiblen Menschen" (Richard Sennett) oder des Libertins - aber diese nützen meist nur denjenigen, die damit Geld machen können.
Sich nicht an äußere Vorgaben zu "halt"en, sondern diesen Einhalt zu gebieten, kann unerwünschten Halteverlust bewirken: als quasi Strafe für eine unangepasste Haltung wird man nicht mehr "ausgehalten".
Haltung erfordert den Mut zum aufrechten Gang, was gleich bedeutend ist, mit sich zu exponieren. Damit wird man leicht zur Zielscheibe. Deswegen ducken sich ja auch viele - in Hinterhalte, hinter andere Menschen und Menschengruppen, hinter Institutionen.
Wie also Selbstverwirklichung und Schutzbedürfnisse in Einklang bringen?
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Käte Meyer-Drawe Illusionen von Autonomie – Ein Einspruch vom Standpunkt der Sinnlichkeit In seinem Buch „Das erschöpfte Selbst“ analysiert der Soziologe Alain Ehrenberg die Geschichte der Depression als Diagnose von Fachärzten. Er zeigt, dass die Depression im 20. und 21. Jahrhundert zu einer Krankheit der Verantwortlichkeit wird. Das Selbst leidet, weil es unentwegt die Initiative ergreifen muss. Es wird ihm nichts mehr abgenommen. Seine Autonomie umfasst sein lebenslanges Lernen, seine informierte Zustimmung zu medizinischen Eingriffen und selbst die Gestaltung seines Lebensendes. Im Vordergrund steht allerdings nicht das persönliche Glück, sondern das reibungslose Funktionieren. Krankheiten werden deshalb auch in erster Linie als Funktionsstörungen betrachtet, die zu beseitigen sind. |
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